Posts Tagged ‘Deutschland’

Das Netz als Feind – Ein kleines Chatgespräch

23. Mai 2009

Es wird präsentiert: Keine philosophische Abhandlung, doch aber ein kleiner, spontaner ICQ-Austausch zum bereits erwähnten Artikel Das Netz als Feind.

Felyx: Ich habe eine Hasstirade auf diesen Artikel erdacht.

Alrhin: Ich meine auch nicht, dass er Recht hat, aber es ist schon einiges Wahres dran.

Felyx: Er ist dermaßen arrogant. Das ist schon hart.

Alrhin: Ja klar, wäre er das nicht, würde er seine eigene Argumentation untergraben.

Felyx: Er sieht den „Kommentarpöbel“ als eins mit allen Internetnutzern. Und eine Nische im Internet zu etablieren ist mal einfacher als woanders. Und er beklagt ja gerade, dass Gleichmacherei betrieben wird, was mal einfach nicht stimmt.

Alrhin: Ich meine, dass er, wenn auch unbewusst, sich gerade dadurch als einen „Intellektuellen“ in seinem Sinne darstellt, dass er provoziert und sich Gedanken macht, die andere sich nicht machen.
Denken um des Denkens willen, hinterfragen, um zu hinterfragen. (more…)

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Das Netz, der Feind?

23. Mai 2009

Die „Digital“-Rubrik der „Zeit“ hat mich in letzter Zeit wirklich ausgesprochen beeindruckt. Mal positiv, wie mit dem Artikel Wie man eine Generation verliert, mal negativ, wie mit einem Rundumschlag gegen das Internet. Doch solange sich positiv und negativ abwechseln, kann man immerhin sicher sein, dass die eigene Meinung mindestens teilweise Ausdruck findet – an dieser Stelle ein ausdrückliches Lob an Die Zeit!

Seit gestern kann sich die Blogosphäre wieder einmal über einen ewiggestrig daherkommenden Redakteur echauffieren. Das Netz als Feind hieß bzw. heißt der aktuelle Vorstoß aus der Riege der Möchtegern-Weltversteher und Gutmenschen, die sich jedoch einfach nur als „Internetausdrucker“ entpuppen.
Nach mehreren Behandlungen des Themas „Internet + Journalismus + Zukunft = ?“ und einer jeweils großen Masse an Repliken auf die auslösenden Artikel quer durchs Netz, beschränke ich mich zunächst auf eine Verlinkung auf Internet, Bildungsfeindlichkeit und Intellektuellenhass von Marcel Weiss auf Netwertig.com – eine schöne Reaktion auf Soboczynskis unglaublich arroganten und ignoranten Erguss auf ein Publikum im Internet, das er in seiner Gesamtheit mit Lesern „mit technokratisch verschlüsselten Namen wie muehl500“ gleichsetzt – das trifft hart 😉 (more…)

Der große Online-Stempel – Ein Kommentar

12. Mai 2009

Der hier kommentierte Artikel ist Qualitätsjournalismus: In der Grotte der Erinnerung von Miriam Meckel auf FAZ.net

Sind Sie „ON“? – Was bitte?
Wie sehen Offline-Menschen die Welt? Sie sehen sie wahrscheinlich geteilt in eine On- und eine Offline-Welt. Ganz im Gegensatz zu Online-Menschen. Der Begriff ist unschön, aber „Digital Natives“ gefällt mir auch nicht unbedingt.

Daher erläutere ich lieber genau: Wie kann jemand über die Zukunft des Journalismus, ja sogar des „Qualitätsjournalimsus“ philosophieren, wenn er sich folgenderweise äußert

Wollen wir unsere informationelle Zukunft entwerfen als Netzwerk verschalteter Neuronen und verlinkter Datenströme, getrieben durch ein Programm, das immer Gleiches rekombiniert, um es uns als Wirklichkeit zu präsentieren? Wenn nicht, dann brauchen wir weiterhin den professionell organisierten Ausbruch aus diesem Kreislauf. Wir brauchen Menschen, die von ihrem Schreibtisch aufstehen und sich von ihrem Computer lösen, um zu beobachten, was in der Welt geschieht.

und damit Journalisten meint? Und nur Journalisten meint, also denkt, dass Blogger sich nicht von „ihrem Computer lösen“?

Um direkt ein relativ prominentes Gegenbeispiel zu nennen (neben jeder bloggenden oder sonstwie im Netz aktiven Person, die sich doch z.B. tatsächlich auch vom „Schreibtisch löst“ und in der Welt neue Reize aufnimmt): Sascha Lobo interviewt auf seinem Blog Franziska Heine, die Initiatorin der Petition gegen Netzsperren. Wie ein Beitrag, den ich kürzlich gelesen habe sinngemäß (Ich habe ihn leider nicht wiedergefunden, für einen Hinweis auf den Beitrag würde ich mich sehr freuen!) treffend formulierte: „Zeitungen lassen Sascha Lobo die Interviews machen, die sie machen sollten“.

Ja, Franziska Heine würde inzwischen noch mehrmals interviewt und war auch in der Tagesschau. Jedoch nachdem die mutmaßliche Horde von „Menschen, die unter Recherche nur das Googlen eines Suchbegriffs“ verstehen, die Petition zum Überaschungserfolg der Woche gemacht hatten. Miriam Meckel scheint dies ausgeblendet zu haben.

Doch der Reihe nach. (more…)

Netzzensur mit #zensursula – oder: Wenn man keine Ahnung hat

7. Mai 2009

Es häufen sich die Beiträge. Größtenteils von Menschen, die über den Tellerrand hinausblicken, und eine mit dem Etikett „Gegen Kinderpornographie“ ausgestattete Maßnahme auch auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüfen. Trotzdem sind sich die fünf größten Provider Deutschlands (Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, Hansenet/Alice, Telefonica/O2, Kabel Deutschland) nicht zu schade, eine Vereinbarung mit dem BKA zu unterzeichnen, die im Prinzip auf Selbstzensur hinausläuft.

Ursula von der Leyens Initiative „gegen Kinderpornographie“ geht jedoch noch weiter, und sieht eine Erfassung von IPs vor, die auf eine gesperrte Seite zugreifen. (more…)

Gepixelt oder gedruckt? (Update)

3. Mai 2009

Wieder einmal ist eine Diskussion um das Urheberrecht entbrannt. Im Bereich der Musik erscheint die Aufregung abgeklungen, seit es die Möglichkeit gibt, zu fairen Preisen online legal Musik einzukaufen. Nun geht es um das gedruckte, oder eben nicht gedruckte Wort. Unglücklicherweise ist die Situation und damit die Diskussion sehr unübersichtlich.
„Blogs vs. Printmedien“ ist schon fast ein alter Hut, nicht durchsetzbae Bezahlmodelle für journalistische Inhalte beklagt jeder Verleger, Google ist mit seinem „Google Book Search Settlement“ mal wieder ganz forsch, Amazon bringt mit „kindle“ ein eigenes Lesegerät auf den Markt und die Kultur ist mit dem Internet sowieso am Ende – hört man auf einige Stimmen.

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Das alte Zeitungsproblem
Manchmal hat es jedoch den Anschein, als ob hier zuviel vermengt wird. Natürlich geht es immer mehr oder weniger um „Urheberrecht“, doch auf verschiedenen Ebenen. Die Meinung Professor Dr. Jan Hegemanns, erschienen in der FAZ, irritiert zum Beispiel: (more…)

END-Wicklungshilfe!

16. April 2009

Entwicklungshilfe ist ein Thema, das ständig diskutiert wird. Häufig ist in diesem Zusammenhang die Rede von Versprechungen, die auf G8-Gipfeln gerne gegeben werden. Die Entwicklungshilfe werde verstärkt, Entwicklungshilfe sei wichtig, sei eine Verpflichtung und so weiter und so fort. Aufseiten der sogenanten „Autonomen“, oder „Globalisierungsgegner“ (nach meinem Dafürhalten Euphemismen) wird häufig die Nichteinhaltung von Quoten für die Entwicklungshilfe kritisiert. Diese Nichteinhaltung ist auch häufig Tatsache, was natürlich kein gutes Licht auf bereits erwähnte Gipfel und deren Teilnehmer wirft. Versprechungen nicht zu halten ist selbstverständlich nicht die feine englische Art, und eigentlich auch inaktzeptabel.

Edle Motive ohne Nutzen
Eigentlich. Denn Entwicklungshilfe hat den guten Willen, Gutmenschentum, Selbstlosigkeit, Aufopferung, die Einstellung als reiche Industrienation etwas abgeben zu müssen, all solche edlen Motive auf sich vereinigt. (more…)

„Hinfort mit euch, ihr Killerspieleentwickler!“

14. März 2009

Die Nachricht vom Amoklauf in Winnenden löste bei vielen einen Automatismus aus: Es würde bald sicher einmal mehr würde über Counter Strike und andere „Baller/Killer/Gewaltspiele“ hergezogen werden, war zu vernehmen. Und zwar, bevor auf jeder renommierten Nachrichtenseite ein Interview mit einem Medienpsychologen zu lesen war. Ich war geneigt, dieses Verhalten als vorurteilig und unnötig zu bezeichnen.
Ein naiver Glaube, wie sich schnell zeigte. Counter Strike, GTA, die Klassiker also wurden genannt. Far Cry 2 wurde ganz oben auf die Liste gesetzt, als bekannt wurde, dass Tim K. es vor der Tat spielte.
Ein Verbot „dieser Spiele“ müsse her, Spiele töten aber keine Menschen, die Debatte ist ausgelutscht und fängt gehörig an zu nerven. (more…)

fernsehkritik.tv – Aufklärung in Farbe

9. März 2009

Man befrage eine halbwegs repräsentative Anzahl von Personen in einer x-beliebigen Fußgängerzone in Deutschland, für wie aufgeklärt sie sich halte.

Nach einem Blick in das Antlitz der „Generation Porno“, die einem wohl Antworten wie „Hä was?!“ und „Also, das ist wie mit den Bienen“ an den Kopf werfen würde, ist die wahrscheinlich gemeingültige Meinung des Restes, dass sie sich von niemanden für dumm verkaufen ließen, alles hinterfragen und überhaupt im Zeitalter des Webs ausgesprochen medienkompetent seien.

Dass dem mit Sicherheit nicht so ist, beweist ein Blick auf das, nach heutigen Maßstäben, schon fast prähistorische Medium „Fernsehen“ und seine Konsumenten. Dass hier viel Mist in die Hirne unserer Republik getrichtert wird ist hinlänglich bekannt. So ist es auch verständlich, dass ein Marcel Reich-Ranicki über das, sich in Big Brother & Co. inkarnierende Unterschichtenfernsehen erbost ist. Ein aus dem Big Brother Container erschallendes „Sieg Heil!“ ist schon ein gutes Stück, aber der Vogel wird erst abgeschossen, wenn man sieht wie der Sender damit umgeht.

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Zentralabi Englisch – 7 Days later

6. März 2009

Eine Woche nach der Zentralabiturklausur (Nein: Nur weil es lang ist, werde ich es NICHT trennen! 😉 ) lohnt sich sicher ein kleiner Rückblick. Groß waren die Befürchtungen allemal. Wurden sie erfüllt, übertroffen?

Nein/Ja/Natürlich. Je nachdem, was man erwartet hatte. Ich sage es mal so: Jede Minute, die ich auf Sachwissen zu den angegebenen USA-Themen verwendet habe, hätte ich lieber in die Vorbereitung auf Geschichte investiert. Grammatik und Ausdruck zu trainieren ist in Englisch sicher immer lohnend, aber das ist ein anderes Thema. Der springende Punkt beim Zentralabitur ist, dass ich es einfach nicht fertig bringe, zu einem im Themenkorridor wortwörtlich erwähnten Stichpunkt NICHTS, aber auch garnichts als bestenfalls oberflächliches Wissen zu haben. Falscher Ehrgeiz! Nicht nötig, definitv nicht. Mit Wissen aus dem gegebenen Text, und minimalem Extrawissen waren die Aufgaben problemlos zu bestreiten. Insofern hat sich zum letzten Jahr nicht viel geändert. Heute hat es ein (nicht englisch-)Lehrer sehr treffend zusammengefasst:

„Habt ihr für diese Klausur wirklich zwei Jahre lang den Englisch-LK besuchen müssen?“

Einhellige Meinung: Nein, natürlich nicht.

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Zentralabitur, noch absurder

5. Februar 2009

Wer hätte das gedacht? Die bereits angesprochene Problematik des Zentralabiturs am Beispiel Englisch gewann heute für einen kleinen Teil unseres Jahrgangs geradezu an Lächerlichkeit. Wie in dem genannten Beitrag nachzulesen, bestand eine Übungsaufgabe darin, eine Website mit den wichtigsten Inhalten einer Rede zu gestalten.
Ein Schelm, der daran denkt, einen Text zu schreiben. Das auch noch in einer Abiturklausur! Als ob Formulierung, Wortschatz, Verständnis und Ausdrucksvermögen auch nur irgendwen interessierten.

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Zentralabitur live

30. Januar 2009

Eine kleine Bemerkung zum Anfang: Ich behandle in diesem Beitrag das Zentralabitur in Schleswig-Holstein, also die identische Aufgabenstellung der Abituraufgaben in bestimmten Fächern.
Darüber hinaus findet das Abitur für den aktuellen 13. sowie 12. Jahrgang „noch“ mit Leistungskursen statt, der aktuelle 11. Jahrgang hat bereits die „Profiloberstufe“. Das heißt, dass statt Leistungskursen Profile gewählt werden, nach denen sich die Art der Fächer und ihre Stundenzahl richtet. Auch besteht hier der Klassenverband bis zum Ende der Schulzeit. Gleichzeitig wachsen derzeit in der Mittelstufe die ersten G8-Schüler hoch, die das Abitur also im 12. Jahrgang erwerben werden.
Dieser Beitrag beschränkt sich also auf die erste von drei einschneidenden Änderungen des Bildungsweges auf einem Gymnasium in Schleswig-Holstein.

Ich hörte davon zuerst… (more…)

„Operation Walküre“ – ja, warum denn nicht?

24. Januar 2009

Schlagzeilen machte der Film zuallererst mit dem Dreh oder eben-nicht-Dreh im Bendlerblock in Berlin. Es erschienen zig Kommentare über Tom Cruises Sektenzugehörigkeit, dass ein amerikanischer Film der Problematik sowieso nicht gerecht werden könne, was der Film weltweit für Auswirkungen haben würde und so weiter und so fort.

Das „Geschrei“, auch wenn es teilweise sogar positiv gefärbt war, kam mir zur Zeit der Dreharbeiten in Deutschland in jedem Fall größer vor als jetzt, beim Anlauf in den Kinos. (more…)