Archive for the ‘Filme’ Category

Layer Cake – guter Film!

12. April 2009

„Jetzt neu, nur auf DVD“ ist eine Werbung, die normaler Weise kein Vertrauen erweckt. Warum läuft ein guter Film nicht im Kino? Klar, die Angst vor einem Flop, das finanzielle Risiko etc. Nun ja, mitunter wird auch Filmen dieses Schicksal zuteil, die man sich dann doch ins Kino gewünscht hätte.

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So der Fall bei „Layer Cake“. Regie führte nicht wie zunächst vorgesehen Guy Ritchie sondern Matthew Vaughn, der Produzent von Ritchies beiden größten Würfen, „Snatch“ und „Bube, Dame, König, Gras“. (more…)

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Ein Alter Mann, sein Auto und Rassismus

11. April 2009

Von Gran Torino hatte ich einen gut erzählten Kreuzzug eines Rentners gegen die Gangs seines Viertels erwartet. Nach einer kleinen Aufmwärmphase wird dem Zuschauer jedoch klar, dass der Film einen größeren Bogen schlägt. Als einer der letzten Amerikaner in seinem Viertel fühlt sich Walt nicht nur von seinen Nachbarn, sondern auch von seinen Söhnen verlassen. Um das Verhältnis zu den Nachbarn aus Fernost ist es selbstverständlich auch nicht gut bestellt. Von diesen Verhältnissen handelt der Film im wesentlichen.

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Ein Ansatz von zu viel Disney
Ohne jetzt in großem Maße die Story vorwegzunehmen: Teilweise drängt sich fast ein Gedanke an die „Montage“-Passage aus Team America (more…)

fernsehkritik.tv – Aufklärung in Farbe

9. März 2009

Man befrage eine halbwegs repräsentative Anzahl von Personen in einer x-beliebigen Fußgängerzone in Deutschland, für wie aufgeklärt sie sich halte.

Nach einem Blick in das Antlitz der „Generation Porno“, die einem wohl Antworten wie „Hä was?!“ und „Also, das ist wie mit den Bienen“ an den Kopf werfen würde, ist die wahrscheinlich gemeingültige Meinung des Restes, dass sie sich von niemanden für dumm verkaufen ließen, alles hinterfragen und überhaupt im Zeitalter des Webs ausgesprochen medienkompetent seien.

Dass dem mit Sicherheit nicht so ist, beweist ein Blick auf das, nach heutigen Maßstäben, schon fast prähistorische Medium „Fernsehen“ und seine Konsumenten. Dass hier viel Mist in die Hirne unserer Republik getrichtert wird ist hinlänglich bekannt. So ist es auch verständlich, dass ein Marcel Reich-Ranicki über das, sich in Big Brother & Co. inkarnierende Unterschichtenfernsehen erbost ist. Ein aus dem Big Brother Container erschallendes „Sieg Heil!“ ist schon ein gutes Stück, aber der Vogel wird erst abgeschossen, wenn man sieht wie der Sender damit umgeht.

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„Operation Walküre“ – ja, warum denn nicht?

24. Januar 2009

Schlagzeilen machte der Film zuallererst mit dem Dreh oder eben-nicht-Dreh im Bendlerblock in Berlin. Es erschienen zig Kommentare über Tom Cruises Sektenzugehörigkeit, dass ein amerikanischer Film der Problematik sowieso nicht gerecht werden könne, was der Film weltweit für Auswirkungen haben würde und so weiter und so fort.

Das „Geschrei“, auch wenn es teilweise sogar positiv gefärbt war, kam mir zur Zeit der Dreharbeiten in Deutschland in jedem Fall größer vor als jetzt, beim Anlauf in den Kinos. (more…)

Ein Quentchen zu viel Action

8. November 2008

Achtung, der Artikel enthält Infos über die Inhalte des Films 😉

James Bond, im aktuellen Film ein ganz normaler Actionheld? Nein, aber auch kein „normaler“ Bond nach altem Vorbild. Der neue Film folgt in Stil und Handlung Casino Royale, was sich überaus positiv niederschlägt. Wenn auch die Befürchtung zutrifft, dass „doppelt so viel Action“ nicht unbedingt vorteilhaft ist, so lassen die Verweise auf den Vorgänger den Film wachsen. Natürlich gibt es auch seit Daniel Craig einen Bösewicht pro Film, jedoch ist die ganze Story wendungsreicher und komplexer als z.B. in den Filmen von „Golden Eye“ bis „Stirb an einem anderen Tag“. Hier könnte man natürlich auch klassische Bonds zum Vergleich heranziehen, aber was wären diese ohne den bösen russischen General im Hintergrund? Die Frage ist doch eher, was dieses Schema in der heutigen Zeit ersetzt.

007 - Ein Quantum Trost

Das muss sich die Crew von Brosans letztem Einsatz auch schon gefragt haben, doch ein unsichtbares Auto… war nicht die richtige Antwort. James Bond brauchte dringend Veränderung, die mit Daniel Craig in Casino Royale überwältigend gut bewerkstelligt wurde. Kein Q, keine Miss Moneypenny, keine explodierenden Kugelschreiber. Nur Abstriche? Nein, nötige Schlankheitskur.

Dass „Ein Quantum Trost“ jedoch eine Fortsetzung von „Casino Royale“ ist, hat mehrere angenehme Effekte. So wird Mathis Tod mehr als bloß das Ableben irgendeines Weggefährten, der darüber hinaus erst einmal von Gut nach Böse und zurück eingeordnet werden muss.
Was fehlt, sind eben solche Elemente wie Q, die damit verbundenen technischen Spielereien oder bekannte Melodie bei kleinen Gags. Hier kommt es auf den Zuschauer an, ob diese vermisst werden oder nicht. Immerhin wird weiterhin mit den abgedroschenen Elementen gespielt. Dadurch wird der klassische, gewohnte Bond vernachlässigt, die filmische Qualität wird hierdurch aus meiner Sicht jedoch stark verbessert. Hier ist auch der aktuelle Bösewicht zu erwähnen, der von Mathieu Amalric gespielt wird und hierbei „Le Chiffre“ (Mads Mikkelsen) in nichts nachsteht.

Wie schon erwähnt, hält sich „Ein Quantum Trost“ nicht mehr an den vergleichsweise vorsichtigen Actioneinsatz wie der Vorgänger. Dies ist schade, hier liegt eine Schwäche des Films. Zu unübersichtlich und zu häufig streckt Bond im Nahkampf einen Widersacher nieder, nachdem er seine Waffe verloren hat (wirklich auffallend oft). Auch die Verfolgungsjagden auf der Straße, auf dem Wasser oder in der Luft wirken sehr übertrieben. Einfach unnötig übertrieben ist z.B. der von Bond und -Girl gemeinsam an einem Fallschirm absolvierte Absprung aus einem Flugzeug.

Daniel Craig bleibt mit diesem Film ein Bond, der sich mit Sean Connery und Timothy Dalton messen kann, und der sich weiterentwickelt hat. „“Ein Quantum Trost“ bleibt etwas hinter „Casino Royale“ zurück, jedoch ist die Geschichte um die Organisation „Quantum“ jeder Bond-Handlung der letzten Jahre überlegen.

Die Frage ist nur, ob man die auf der Strecke gebliebenen Bond-Elemente vermisst. Wer dies nicht tut, erlebt einen neuen und zeitgemäßen Bond.