Twitter – ein Erstfazit

by

Wie zurzeit absolut keine Nachrichten-Blog oder sonstwas-Seite, kann auch dieser Blog es sich nicht verkneifen, eine Einschätzung zum Microblogging-Dienst „Twitter“ abzugeben.

Twitter-Logo

Interessant ist schonmal, dass erst „Twitter“ war, und nach meinem Empfinden danach die Bezeichnung „Microblogging“ entstand. Diese Bezeichnung mag zutreffen, doch hilft sie dem, der Twitter nicht kennt auch nicht weiter. Aber es ist wie häufig mit dem Internet und Dingen die damit zu tun haben: Man fragt sich, „Wofür?“, lästert etwas darüber, meint höchstens „Interessant, aber nichts für mich“, bis man es schließlich selbst ausprobiert. Ab diesem Zeitpunkt hat das Web 2.0 einen allermeistens in seinen Fängen, haha!

Was ist Twitter?

Braucht man Twitter? Nein, natürlich nicht. Aber das sollte klar sein, hilft einem auch nicht bei der Diskussion. Daher versuche ich mich mal an einer Definition: Twitter kann ein Bindeglied zwischen Instant-Messenger und Kommentarseiten auf mySpace & co sein. Lustige Hinweise und Gedanken für Freunde oder für die ganze Welt, wenn man nicht zu viel Müll verzapft und eine große Followerschaft gewinnt (ich versuche gar nicht erst, Web-lizismen bei diesem Thema zu vermeiden). Bei geschütztem Twitter-Feed wird Twitter recht privat. Dies ist zwar ausdrücklich nicht Sinn und Zweck von Twitter, wie die Beschreibung neben der entsprechenden Einstellung einen wissen lässt. Doch dies sollte niemanden daran hindern, Twitter nach eigenem Dafürhalten einzusetzen.

Gleichzeitig kann Twitter auch ein personalisierter Hinweisgeber auf interessante Links sein, und ist es auch zu großen Teilen. Betrachtet man die Twitterfeeds der großen Nachrichtenseiten, zeichnet sich eine Ähnlichkeit zu RSS-Feeds ab. Nach Ressort geordnet, alles, oder nur die Kulturartikel bekommen man per Titel und Link präsentiert. Bei mehreren Nachrichtentweets ist das Aufkommen jedoch relativ hoch, weshalb sich für den massiven Nachrichtenkonsum dann doch wieder der RSS-Feed oder der direkte Seitenbesuch empfiehlt.

Twitter vs. Onlinejournalismus

Spätestens nach der Notwasserung im Hudson River war Twitter in aller Munde. Nach dem Amoklauf in Winnenden ist klar: Twittern will für den professionellen Einsatz gelernt sein. Ein interessanter Beitrag hierzu: Daneben getwittert: Der Amoklauf der Medien. Die Anfangspanik einiger Onlinejournalisten sollte sich mittlerweile wieder eingependelt haben, denn die Berichte zeigen: Solange Zeitungen ihre Meldungen verifizieren, sind diese auch wertvoller als ein Tweet. Dies müssen sie allerdings auch tun.

No, yeah, no… no, yees, no…yeah, no… yes (Diese Unterüberschrift ist ein South Park-Zitat, daher cool)

Richtig eingesetzt ist Twitter in jedem Falle eine Bereicherung. Ein Bekannter fand einen Artikel lesenswert? Er wird den direkten Link kaum mündlich verteilen, und auch nicht an die 20 sich gerade online befindlichen ICQ-Kontakte verschicken. Mit einem kurzen Kommentar versehen ist ein Tweet jedoch die denkbar beste Verpackung für einen Link. Ersetzt man im vorletzten Satz „Bekannter“ noch durch „Jemand, dessen Link-Geschmack man teilt“, wird die Reichweite und die Möglichkeit der Anpassung von Twitter deutlich. So wird ein häufiger Kritikpunkt entkräftet. „Nur 140 Zeichen“ sind als Sekundärkanal vollkommen ausreichend. Twitter ist eben kein Instant-Messenger, ohne andere Netzinhalte (gut, das ist klar) und insbesondere ohne Artikel und Blogs wäre Twitter nicht so erfolgreich.

Geschäftsmodell?

Eine Anmerkung vorweg: Von ein paar der Risikokapital-Millionen könnte Twitter sich doch ein bisschen Serverkapazität einkaufen, oder? Auf die Twitter-Seite zu gelangen ist manchmal eine Krankheit. Gut, Ahnung von Serverkapazitäten und der nötigen Aufrüst-Rate bei 900% Wachstum habe ich ehrlich gesagt nicht. Von daher mag man diese Aussage mit dem eigenen Wissensstand relativieren und mich notfalls korrigieren.

Das ewige Rätsel, zumindest bis jetzt: Millionen User, kein Cent Gewinn, wie geht das? Nicht lange, soviel ist klar. Ein Geschäftsmodell ist kürzlich enthüllt worden, Premium-Accounts sollen es richten. Der Dienst, so wie er bekannt ist, wird allerdings kostenlos bleiben. Wie interessant die Angebote für Privatpersonen tatsächlich sein werden, wird sich wohl erst bei Verfügbarkeit herausstellen. Eventuell wird bei noch größerem finanziellen Rückhalt für Twitter auch hierzulande verhandelbar, was Twitter in anderen Ländern schon geschafft hat: SMS-Updates an Twitter und deren Empfang werden für Kunden einiger Mobilfunkanbieter kostenlos. Vielleicht wird diese Bewegung aber auch ob der zunehmenden Verbreitung von UMTS unnötig, wenn ein Großteil der User „sowieso“ mobil online ist.

Das Erstfazit

Abschließend lässt sich Twitter wohl noch nicht beurteilen, es befindet sich noch mittem im Benutzerboom. Mein persönliches Fazit lautet jedoch: Eine nette Sache, wenn man sich darauf einlassen mag. Infobrei nach eigenem Rezept, das durch den Hype zwar z.T. unsympathisch geworden ist, aber sich durchaus lohnt. Zu guter Letzt weise ich noch auf das neue WordPress-Twitter-Widget hin, das ob seines absolut hochwertigen Inhalts seinen prominenten Platz in der Seitenleiste (*hust* auf der Startseite natürlich) dieses Blogs behaupten kann 😉

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Eine Antwort to “Twitter – ein Erstfazit”

  1. Kathiza Says:

    Danke für den Artikel. Und auch für den Link zu „daneben getwittert“.
    Ich bin übrigens ein großer Fan von Twitter.
    LG,
    Kathiza

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: