Ein Quentchen zu viel Action

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Achtung, der Artikel enthält Infos über die Inhalte des Films 😉

James Bond, im aktuellen Film ein ganz normaler Actionheld? Nein, aber auch kein „normaler“ Bond nach altem Vorbild. Der neue Film folgt in Stil und Handlung Casino Royale, was sich überaus positiv niederschlägt. Wenn auch die Befürchtung zutrifft, dass „doppelt so viel Action“ nicht unbedingt vorteilhaft ist, so lassen die Verweise auf den Vorgänger den Film wachsen. Natürlich gibt es auch seit Daniel Craig einen Bösewicht pro Film, jedoch ist die ganze Story wendungsreicher und komplexer als z.B. in den Filmen von „Golden Eye“ bis „Stirb an einem anderen Tag“. Hier könnte man natürlich auch klassische Bonds zum Vergleich heranziehen, aber was wären diese ohne den bösen russischen General im Hintergrund? Die Frage ist doch eher, was dieses Schema in der heutigen Zeit ersetzt.

007 - Ein Quantum Trost

Das muss sich die Crew von Brosans letztem Einsatz auch schon gefragt haben, doch ein unsichtbares Auto… war nicht die richtige Antwort. James Bond brauchte dringend Veränderung, die mit Daniel Craig in Casino Royale überwältigend gut bewerkstelligt wurde. Kein Q, keine Miss Moneypenny, keine explodierenden Kugelschreiber. Nur Abstriche? Nein, nötige Schlankheitskur.

Dass „Ein Quantum Trost“ jedoch eine Fortsetzung von „Casino Royale“ ist, hat mehrere angenehme Effekte. So wird Mathis Tod mehr als bloß das Ableben irgendeines Weggefährten, der darüber hinaus erst einmal von Gut nach Böse und zurück eingeordnet werden muss.
Was fehlt, sind eben solche Elemente wie Q, die damit verbundenen technischen Spielereien oder bekannte Melodie bei kleinen Gags. Hier kommt es auf den Zuschauer an, ob diese vermisst werden oder nicht. Immerhin wird weiterhin mit den abgedroschenen Elementen gespielt. Dadurch wird der klassische, gewohnte Bond vernachlässigt, die filmische Qualität wird hierdurch aus meiner Sicht jedoch stark verbessert. Hier ist auch der aktuelle Bösewicht zu erwähnen, der von Mathieu Amalric gespielt wird und hierbei „Le Chiffre“ (Mads Mikkelsen) in nichts nachsteht.

Wie schon erwähnt, hält sich „Ein Quantum Trost“ nicht mehr an den vergleichsweise vorsichtigen Actioneinsatz wie der Vorgänger. Dies ist schade, hier liegt eine Schwäche des Films. Zu unübersichtlich und zu häufig streckt Bond im Nahkampf einen Widersacher nieder, nachdem er seine Waffe verloren hat (wirklich auffallend oft). Auch die Verfolgungsjagden auf der Straße, auf dem Wasser oder in der Luft wirken sehr übertrieben. Einfach unnötig übertrieben ist z.B. der von Bond und -Girl gemeinsam an einem Fallschirm absolvierte Absprung aus einem Flugzeug.

Daniel Craig bleibt mit diesem Film ein Bond, der sich mit Sean Connery und Timothy Dalton messen kann, und der sich weiterentwickelt hat. „“Ein Quantum Trost“ bleibt etwas hinter „Casino Royale“ zurück, jedoch ist die Geschichte um die Organisation „Quantum“ jeder Bond-Handlung der letzten Jahre überlegen.

Die Frage ist nur, ob man die auf der Strecke gebliebenen Bond-Elemente vermisst. Wer dies nicht tut, erlebt einen neuen und zeitgemäßen Bond.

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